Die Shooters-Handballer schaffen «Historisches»

Ein aus Shooters-Optik denkwürdiger Derby-Abend endete am Samstag mit einem verdienten Sieg über den Kantonsrivalen aus Muotathal.

Ein historischer Abend
Historisch. Immer und immer war dieses Prädikat im Zuschauerfoyer der bestens gefüllten BBZG-Halle zu vernehmen. Mal mit einem Augenzwinkern, mal mit etwas mehr Ernsthaftigkeit. Historisch deshalb, weil sich am Samstagabend zum ersten Mal überhaupt die beiden Fanionteams der Shooters und des KTV Muotathal in einem Pflichtspiel gegeneinanderstanden. Historisch deshalb, weil die als Aufsteiger gegen das langjährige 1. Liga-Spitzenteam in der Aussenreiterrolle angetretenen Shooters jenes geschichtsträchtige Duell für sich entschieden und sich damit ausgerechnet gegen den Kantonsrivalen die ersten Punkte seit der Promotion sichern konnten. Und historisch deshalb, weil es zugleich die ersten Shooters 1. Liga-Punkte seit dem 7. Februar 2004 oder rund 21 Jahren waren.

Bild von der schönen Zuschauerkulisse am Schwyzer Derby.

«Es ist alles aufgegangen»
Zum Spiel: Man müsse in der Abwehr ebenso stark auftreten wie beim Auftritt aus der Vorwoche gegen Altdorf und sich im Vergleich zu jener Partie im Angriff deutlich steigern, lautete die Vorgabe von Coach Christoph Tschannen im Vorfeld zu diesem Schwyzer Derby. Eine Marschrichtung, die sein Team am Samstag vorzüglich umzusetzen vermochte. «Es ist alles von A-Z aufgegangen», lautete dann auch das passende Fazit des Coachs, der in diesem rein schwyzerischen Vergleich eine Mannschaft zu sehen bekam, die zum einen im Angriff die benötigte Steigerung abrief, dort von allen Positionen zu ihren Torerfolgen gelangte und sich am Ende eine starke Wurfquote von 81% notieren lassen konnte. Derweil präsentierten sich die Shooters wie schon in der Vorwoche in der Defensive äusserst solidarisch, brachten die Thaler Angriffsmaschinerie dadurch immer wieder ins Stocken, auch einige gegnerische Fehlpässe provozierten die Einheimischen durch ihre tadellose Abwehrarbeit, die mit dem starken Silas Nauer im Tor noch zusätzliche tatkräftige Unterstützung erhielt (14 abgewehrte Bälle). Die Auszeichnung des besten Werfers ging derweil an Nicolas Stalder (zehn Tore aus elf Versuchen). Die beiden waren nur zwei der zahlreichen Shooters-Akteure, die am Samstag aus dem ohnehin starken Kollektiv herausragten.

Nie in Rücklage
Die Vorteile auf der Torhüterposition oder in der Abschlussquote wirkten sich im Verlaufe des Spiels immer mehr aufs Ergebnis aus: In Rücklage gerieten die Shooters während der kompletten Partie nie, ein erstes Mal deutlicher wurde es knapp fünf Minuten vor dem Ende des ersten Durchgangs mit dem Tor zum 15:10, das später auch das Pausenergebnis darstellen sollte. Nach dem Seitenwechsel liessen die Einheimischen dann kaum mehr etwas anbrennen, gerieten höchstens zu Beginn der Schlussviertelstunde noch einmal etwas in Bedrängnis, als die Führung kurzzeitig auf drei Treffer schmolz (24:21). Passend zu diesem gelungenen Auftritt gerieten die Shooters deshalb aber nicht ins Wanken, leisteten sich, im Gegensatz zu den vorangegangenen Partien, diesmal auch keine ihrer in den letzten Partien so oft zum Verhängnis gewordenen Schwächephasen, sondern sorgten mit ihrem disziplinierten Auftritt bald wieder für klarere Verhältnisse, die bis zur 57. Minute gar in einer vorübergehenden Führung im zweistelligen Bereich mündeten (34:24). Am Ende waren es acht Plustreffer zu Gunsten der Shooters, die damit ihr historisches Werk vollbrachten.

Ein Sieg für die Moral
Entsprechend gross waren die Emotionen nach Spielschluss. Jubelschreie da, heftiges Abklatschen dort, selbst ein paar Freudetränen waren auf Shooters-Seite zu sehen. Mit ein paar Minuten Abstand meinte Coach Christoph Tschannen dann zu diesem ersten Saisonsieg seines Teams: «Dieser Erfolg wird der Mannschaft enorm gut tun, es ist auch ein Sieg für die Moral», erklärte der Shooters-Übungsleiter, der zwar auch noch festhielt, dass der KTV Muotathal am Samstag bestimmt nicht seinen besten Tag einzog. Schmälern soll dies den starken Auftritt seiner Equipe aber keinesfalls. Und das Raclette, das die erste Herrenmannschaft extra für diesen Derby-Heimspieltag in der BBZG-Halle organisierte und damit die Zuschauer schon während des ganzen Handballnachmittags verwöhnte, dürfte im Anschluss an diesen Sieg so oder so gleich noch etwas besser geschmeckt haben. Zusammen mit der verbliebenen Shooters-Anhängerschaft genossen Spieler und Trainer nach der Partie die Schweizer Käsespezialität. Bei den Gesprächen war das eben gewonnene Derby natürlich noch einmal das Hauptthema. Und es dürfte wohl noch länger ein Thema bleiben im Shooters-Lager, in welchem sich ganz bestimmt noch viele über einige Jahre hinweg an diesen historischen Abend des 25. Oktobers 2025 erinnern werden.

Matchtelegramm
HSG Mythen-Shooters – KTV Muotathal 35:27 (15:10). – Goldau, Berufsbildungszentrum (BBZG). – 280 Zuschauer. – SR: Lütolf/Süess. – HSG Mythen-Shooters: Nauer (14 Paraden)/Derler (n.e)./Heller (n.e.); Büeler (1 Tor), Dürrenmatt, Fischlin, Henseler M. (2), Henseler P. (4), Kraft (1), Roos (8), Stalder N. (10/4), Staub E. (1), Staub J. (4), Suter (3), Weber Li. (1), Ziswiler.
Strafen: 8-mal 2 Min. gegen Shooters; 4-mal 2 Min. gegen Muotathal. Verhältnis verschossener Penaltys: 0:0.

Fotos: Andy Scherrer / topsportfotografie.ch

26. Oktober 2025, Dino Beck | zur Vorschau