Ein bitterer Shooters-Abend

Die erste Herrenmannschaft der Mythen-Shooters unterlag am Mittwochabend der ebenfalls als Absteiger feststehenden SG Handball Seetal hauchdünn, weil sie insgesamt zu oft vor dem gegnerischen Gehäuse sündigte.

Punktgewinn in letzter Sekunde vergeben
Knapp ein Jahr war es her, als sich die beiden Teams das letzte Mal in der BBZG-Halle begegnet waren. Damals kämpften beide um den 1. Liga-Aufstieg, entsprechend herrschte auf den Zuschauerrängen eine elektrisierende Stimmung. Am Ende durften die Luzerner über den Sieg und die Promotion jubeln, die Shooters zogen zwei Wochen später nach.
Nun, elf Monate später, stehen die beiden Teams wieder als Absteiger aus der 1. Liga fest. Das neuerliche Aufeinandertreffen vom Mittwoch in Goldau konnte daher stimmungsmässig nicht mit jenem vor einem knappen Jahr mithalten. Und trotzdem wurde es mit zunehmender Spieldauer immer lauter in der BBZG-Halle, beide Fanlager unterstützten ihr Team nach Kräften. Am Ende war indes nur noch die Seetaler Anhängerschaft zu hören. Lautstark bejubelten sie die Torhüterparade des letzten Sieben-Meters, der nach der Schlusssirene noch auszuführen war und der den Shooters eigentlich die perfekte Gelegenheit auf den ultraspäten Punktgewinn geboten hätte.

Ineffizienz und fehlender Zugriff
Zu sehr hadern ob jenem verworfenen Penalty wollte Shooters-Coach Christoph Tschanenn nach dem Spiel indes nicht. Natürlich sei es bitter, «aber so was kann halt eben passieren». Mehr beschäftigten Tschannen die vielen guten Gelegenheiten, die sein Team im Laufe der Partie ausliess. Zwischen der 36. und 46. Minute etwa sündigten die Shooters gleich mehrfach, liessen einige 100%ige liegen, in jener Zeitspanne zog Seetal erstmals auf vier Tore davon (25:21). Jene Differenz vermochten die Gastgeber, die sich bereits seit der 21. Minute permanent in Rücklage sahen, nie mehr vollständig zu korrigieren. «Wir haben es nicht mehr geschafft, den Ausgleich zu erzielen oder gar in Führung zu gehen. Wenn du ständig in Rückstand liegst, kostet dich das eben auch Kraft», resümierte Tschannen. Nebst den vielen ungenutzten Torgelegenheiten bemängelte der Shooters-Coach auch die Abwehr, in der sein Team nun bereits zum wiederholten Male «zu wenig den Zugriff fand». Alleine den Seetaler Topscorer Flavio Grüter – am Ende mit zwölf Treffern bester Werfer der Partie – brachten die Gastgeber, bei denen am Mittwoch mit Nicolas Stalder ebenfalls der schon über die gesamte Saison hinweg verlässlichste Scorer erfolgreichster Torschütze war (neun Tore) – nie vollends unter Kontrolle.
Positiv erwähnte Tschannen dafür die Einstellung innerhalb der Mannschaft. Wohl auch dank dieser kämpften sich die Shooters in der Schlussphase noch einmal bis auf ein Tor heran und schufen sich so überhaupt erst noch die Möglichkeit, den Punkt mitzunehmen, der ihnen durch die eingangs erwähnte Schlussszene am Ende aber doch verwehrt blieb.

«Geben alles für den Sieg»
In der Rangliste konnte Seetal nun punktemässig zu den Shooters aufschliessen (je 6), wobei die Schwyzer dank der besseren Tordifferenz nach wie vor um einen Rang besser klassiert sind. Die letzten beiden Partien der Saison verkommen somit zu einer Art Fernduell der beiden Auf- und inzwischen wieder feststehenden Absteiger um den zwölften und damit vorletzten Platz in der Abschlusstabelle. Die Schwyzer dürfen dabei zwei Mal zuhause auflaufen, zum Auftakt wartet am Sonntag in Brunnen das Duell mit dem STV Willisau. Die Luzerner sind im Kampf um den direkten Ligaerhalt noch immer auf Punkte angewiesen. Gemäss Tschannen ist aber auch die Devise im Shooters-Lager für den Sonntag und dann auch den darauffolgenden Saisonabschluss klar: «Es sind zwei Heimspiele, da bietet sich die Chance, uns anständig von unserem Publikum zu verabschieden. Wir werden alles geben, um diese Spiele zu gewinnen».

Matchtelegramm
HSG Mythen-Shooters – SG Handball Seetal 30:31 (14:16). – Goldau, Berufsbildungszentrum (BBZG). – 121 Zuschauer. – SR: Brüstle/Reimann. – HSG Mythen-Shooters: Derler (7/2 Paraden)/Nauer( 4/1); Büeler (1 Tor), Dürrenmatt (1), Fischlin (1), Henseler M., Henseler P. (4), Kraft (1), Roos (4/1), Stalder M. (1), Stalder N. (9/3), Staub E., Staub J., Suter (1), Weber Lu. (2), Ziswiler (5).
Strafen: 6-mal 2min. gegen Shooters; 9-mal 2min. gegen Seetal. Verhältnis verschossener Penaltys: 3:4.

Foto: Livio Weber

18. März 2026, Dino Beck | zur Vorschau