Ein enttäuschender Jahresabschluss
Für die erste Herrenmannschaft der HSG Mythen-Shooters endete das Kalenderjahr am Samstagabend nach einer in diversen Belangen ungenügenden Leistung mit einer Enttäuschung.
«Wäre eigentlich eine Grundvoraussetzung»
Man wird sich im Shooters-Lager für dieses zweite Duell mit dem TV Muri, der als Ranglistenvierter in die Brunner Sporthalle gereist war, durchaus etwas ausgerechnet haben. Dafür verantwortlich war weniger die Tabellensituation als denn das vor drei Wochen ausgetragene Hinspiel, als die Shooters trotz diverser Absenzen über weite Strecken gut mitzuhalten vermochten mit dem Favoriten aus dem Freiamt.
Doch anstatt nach dem Ende dieses zweiten Vergleichs über die im Abstiegskampf wichtigen Punkte zu sprechen, musste Christoph Tschannen nach Spielschluss konstatieren: «Heute hat es an der nötigen Einstellung gemangelt, Einsatz, Kampf und Leidenschaft haben komplett gefehlt», gab der sichtlich enttäuschte Shooters-Coach zu Protokoll, um dann zu ergänzen: «All das wäre eigentlich eine Grundvoraussetzung, wenn du in ein Spiel gehst». Fehler seien dagegen eine andere Kategorie und könnten halt auch mal passieren, meinte Tschannen weiter.
Rückstand betrug bis zu 15 Tore
Nun, am Samstag ereigneten sich solche Fehler indes in einer Anzahl, die dann halt doch klar zu hoch war. Am niedrigsten hielten die Einheimischen die Fehlerquote noch in der Startphase, die mit einem 5:3-Vorsprung prompt eigentlich noch verheissungsvoll verlief. Nach und nach aber schlichen sich die ersten Unzulänglichkeiten ins Spiel der Shooters ein, zunächst vor allem in Form von nicht verwerteten Abschlüssen (deren 25 wurden es bis zum Spielende), daneben häuften sich auch die Fehlpässe, und in der Abwehr fanden die Gastgeber gegen die wendigen Murianer derweil kaum den Zugriff. Auch einige Minustore aus dem schnellen Umschaltspiel der Gäste mussten die Shooters schlucken. «So gerieten wir bald wieder in Rückstand», fasste Tschannen nüchtern zusammen. Jene Hypothek nahm bis zur Pause bereits Formen an, die einen positiven Schwyzer Jahresabschluss schon da in weite Ferne rücken liessen. Und als die Shooters nach dem Seitenwechsel in der Offensive ihr Heil vermehrt mit der Variante des siebten Feldspielers anstelle des Torhüters suchten, erwies sich auch diese im bisherigen Saisonverlauf eigentlich durchaus erfolgsversprechende Massnahme bald einmal als fehlgeschlagen. So waren als Konsequenz von Shooters-Ballverlusten auch einige Gegentore ins verlassene Gehäuse dafür mitverantwortlich, dass sich der Shooters-Rückstand zwischenzeitlich auf bis zu 15 Tore erhöhte (16:31, 46’).
Ergebniskosmetik
Immerhin darauf folgte dann doch noch so etwas wie eine Reaktion seitens der Gastgeber, die danach unter anderem auch ihrerseits zu einigen Treffern ins verwaiste Tor des Gegners gelangten. Auch jene Treffer verhalfen den Shooters in der Schlussviertelstunde noch zu Ergebniskosmetik. Zu den Torschützen zählte da unter anderem Shooters-Torhüter Silas Nauer, gleich zwei Treffer liess er sich gutschreiben. Überhaupt, suchte man aus diesem Shooters-Auftritt nach den Positiva, so wurde man am Samstag noch am ehesten bei den Keepern fündig. Wie Nauer liess sich gegen Muri auch Torhüterkollege Matthias Derler einige schöne Paraden gutschreiben. Die weiteren erfreulichen Aspekte aus Shooters-Optik – abgesehen von der Steigerung in der Schlussviertelstunde (Tschannen: «Wenigstens da hatten wir uns einigermassen gefangen») verlagerten sich derweil vor allem neben das Spielfeld. So fand dieses erste 1. Liga-Herrenspiel in Brunnen seit fast 22 Jahren vor einer schönen Zuschauerkulisse statt. Rund 250 Handballfans fanden den Weg in die Brunner Sporthalle, die sich für diesen ja gut und gerne historischen Moment mit einigen schönen Transparenten und Werbetafeln fein herausgeputzt hatte. Der würdige Rahmen dürfte indes nur ein schwacher Trost gebildet haben für die Shooters, die nach dieser Niederlage definitiv mit fünf Punkten Rückstand auf die Barrageplätze in die Weihnachtspause gehen. Die genauen Spielansetzungen der Rückrunde werden erst in den kommenden Tagen fixiert. Voraussichtlich starten die Shooters am Wochenende des 17./18. Januars in die zweite Saisonhälfte.
Matchtelegramm
HSG Mythen-Shooters – TV Muri 26:36 (12:19). – Brunnen, Sporthalle. – 256 Zuschauer. SR: Baggenstos/Lütolf. – HSG Mythen-Shooters: Derler (5 Paraden)/Nauer (4 Paraden/2 Tore); Büeler, Dürrenmatt (2 Tore), Fischlin (2), Henseler M., Henseler P. (2), Kraft, Roos (3), Stalder M. (2), Stalder N. (7/1), Staub E. (2), Staub J. (2), Weber Li., Weber Lu. (1), Ziswiler (1). Strafen: 5-mal 2min. gegen Shooters; 4-mal 2min. plus Disqualifikation durch Rote Karte gegen Muri. Verhältnis verschossener Penaltys: 0:0.
Foto: Andy Scherrer / topsportfotografie.ch

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