Ein Spitzenkampf, der keiner war

Die zweite Damemannschaft der HSG Mythen-Shooters hat am Samstag auch ihr fünftes Liga-Spiel gewonnen. Dabei liessen die Schwyzerinnen auch dem bisher ungeschlagenen TV Horw keine Chance. Glanz versprühten die Shooters in der Horwerhalle gleichwohl kaum.

Frühe Entscheidung
Besser hätte das Prädikat Spitzenkampf eigentlich nicht passen können: Auf der einen Seite der TV Horw, der nach fünf Partien noch ungeschlagen dasteht, aus diesen neun von möglichen zehn Punkten holte und vor Anpfiff in der Rangliste noch vom Platz an der Sonne grüsste. Auf der anderen Seite die Shooters, die mit der Visitenkarte von vier klaren Siegen aus vier Spielen nach Horw reisten und zudem am vergangenen Wochenende mit dem Einzug ins Final Four auch im Regio-Cup für eine weitere Erfolgsmeldung sorgten.
Alles angerichtet also für einen spannenden Handball-Abend? Mitnichten. Der vermeintliche Spitzenkampf hatte schon nach 15 Minuten, als die Shooters dank ihrer stärksten Phase erst ein Gegentor zugelassen hatten, seinen Sieger gefunden. Und in der Folge trugen die Shooters kaum mehr etwas zum anhand der Ranglistensituation erwarteten sehenswerten Spiel bei: Stattdessen zeigten sich bei den Schwyzerinnen immer mehr Schwächen im Abschluss, in der Abwehr fehlte es zu oft an der nötigen Absprache und auch das gewohnte Tempospiel vermochten die Gäste kaum aufzuziehen. Dass die Shooters trotz all dieser Unzulänglichkeiten nach ihrer starken Startviertelstunde nie mehr in Gefahr gerieten, den Sieg noch aus der Hand zu geben, weil der Gegner aus den Schwyzer Defiziten nie Kapital zu schlagen vermochte, passte letztlich gut ins Bild dieses enttäuschenden vermeintlichen Spitzenkampfs.

Hauptsache zwei Punkte
Damit hat die zweite Damenmannschaft die Leaderposition übernommen. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen und einer Tordifferenz von +73 haben sie ein weiteres Mal ihre Vormachtstellung in der Liga unterstrichen. Das ist das Positive, was die Schwyzerinnen aus dem Spiel vom Samstag mitnehmen dürfen. Das Punktepaar gegen den bislang noch ungeschlagenen Tabellenführer wird den Shooters niemand mehr nehmen können. Und am Ende zählen ja bekanntlich nur die Punkte im Handballsport. Gleichwohl hat der Auftritt vom Samstag aber auch gezeigt, dass trotz der komfortablen Tabellensituation die Arbeit im Lager der Shooters bestimmt nicht ausgehen wird. Immer wird ein solcher Auftritt wie am Samstag, der durchaus als einer der schwächsten Darbietungen in der laufenden Spielzeit eingestuft werden musste, nicht unbestraft bleiben. Das kann bereits für den kommenden Sonntag gelten, wenn die Shooters in der BBZG-Halle das Tabellenschlusslicht Sarnen 1 empfangen.
Die Aufstellung:
Horat/Petrovic; Fässler, Gnos A., Gnos J., Gwerder, Heinzer, Iten, Litschi, Lüönd, Moreno.

18. November 2018, Dino Beck