Shooters verlieren gegen Seetal, dürfen aber weiter träumen

Im ersten von zwei Aufstiegsspielen zog das Herren-Fanionteam der HSG Mythen-Shooters gegen die SG Handball Seetal den Kürzeren. Ob es mit der Promotion klappt, entscheidet sich in zwei Wochen in Wetzikon.

Spiel vor grossartiger Kulisse
«Es war toll, in so einer Atmosphäre zu spielen». Das Shooters-Trainerduo Alex Suter und Christoph Tschannen, die am Samstag beide auch als Spieler im Einsatz standen, waren sichtlich angetan von dem, was sich in diesem ersten Aufstiegsspiel ihres Teams in der BBZG-Halle so zutrug. Viel zur grossartigen Stimmung bei trugen auch die weit über 100 angereisten Fans aus dem Seetal mit ihrem lautstarken und jederzeit fairen Support. Insgesamt verfolgten dieses 1. Liga-Aufstiegsspiel über 300 Zuschauende live vor Ort.

Schlüsselmoment vor und nach der Pause
Zum Sportlichen gab es aus Shooters-Optik derweil weit weniger Erfreuliches zu berichten. Denn während die zum Grossteil in rot gekleidete Anhängerschaft aus Rothenburg und Hochdorf nach Spielschluss ausgelassen mit ihrem Team den 1. Liga-Aufstieg feiern durfte, musste man auf der anderen Hälfte des Spielfelds nach Gründen für die Niederlage suchen. Fündig wurden Suter und Tschannen da unter anderem in einer Phase kurz vor und nach der Pause: «Wir haben es da zunächst verpasst, deutlicher vorzulegen. Und nach Wiederanpfiff standen wir plötzlich bei Minus zwei anstatt der möglich gewesenen drei Plustoren», resümierte Christoph Tschannen. Tatsächlich sollte sich die unmittelbar nach der Pause gefallene erste Seetaler Führung seit der Startphase als Schlüsselmoment erweisen, wie sich auch in der Nachbetrachtung zeigte: Mit dem unmittelbar danach folgenden Angriff gelang den Einheimischen zwar nochmals der Ausgleich, auf den kurz darauf gefallenen neuerlichen Führungstreffer der Gäste blieb die Shooters-Reaktion indes aus, ab der 36. Minute lagen die Gäste so ausnahmslos im Vorsprung, spätestens mit dem Seetaler Tor zum 34:28 zweieinhalb Minuten vor der Sirene war dieser für die Shooters erste Akt im Aufstiegsrennen nicht mehr zu retten.

Gute erste Halbzeit zu wenig genutzt
Dabei hatten die Einheimischen eigentlich noch eine vielversprechende erste Halbzeit hingelegt, auch Tschannen sah sein Team während der ersten 30 Minuten im Vorteil, aus welchem man aber letztlich zu wenig reüssiert habe. Das galt sowohl für die in der Startphase gleich mehrfache Gelegenheit, in nummerischer Überlegenheit zu spielen – nicht weniger als drei Zeitstrafen (allesamt herausgeholt von Spielertrainer Alex Suter) wurden innerhalb der ersten fünf Minuten gegen die SG Handball Seetal ausgesprochen. Später winkte den Shooters auch mal die Gelegenheit, deutlicher davonzuziehen, erarbeiteten sich bis zur 21. Minute ein 13:9-Polster, das innert kurzer Frist aber bis auf ein Tor schmolz, was den davor angesprochenen Schlüsselmoment einläutete. «Die schnellen Angriffe des Gegners konnten wir zu wenig gut unterbinden», musste Tschannen weiter festhalten. Zudem habe sein Team gerade in der zweiten Halbzeit einige einfache Tore zu viel zugelassen, die etwa durch fehlende Abstimmung im Defensivverbund zu Stande kamen. Auch bei der Wurfquote wiesen die Shooters den schlechteren Wert aus, mit Severin von Matt (11 Treffer) wussten die Luzerner überdies den klar treffsicherten Akteur des Abends in ihren Reihen. Bei den Shooters reichten derweil die fünf Tore von Patrick Henseler zur Auszeichnung des erfolgreichsten Werfers.

Es kommt zum Aufstiegsfinale
Trotz alledem waren im Shooters-Lager nach Spielschluss auch positive Stimmen zu vernehmen. So lobte Alex Suter unter anderem die Einstellung, die am Samstag jeder Akteur an den Tag gelegt habe. Zur noch immer optimistischen Grundstimmung dürfte zudem auch beigetragen haben, dass bereits im Vornherein des Seetal-Spiels klar war, dass der Aufstieg noch nicht an diesen Samstagabend eingetütet werden konnte und sich sämtliche Fragen nach der Promotion erst in der zweiten und letzten Shooters-Partie der Aufstiegsrunde definitiv klären werden. Diese steigt am 26. April in Wetzikon gegen die SG Handball Züri Oberland. Weil der Sieger der Zürcher 2. Liga-Gruppe vor Wochenfrist gegen Seetal ebenfalls den Kürzeren gezogen hatte, ist die Rechnung für den letzten Shooters-Auftritt in dieser Saison denkbar einfach: Wer jene Partie gewinnt, spielt in der kommenden Spielzeit in der 1. Liga.

Matchtelegramm
HSG Mythen-Shooters – SG Handball Seetal 30:35 (16:15). – Goldau, Berufsbildungszentrum (BBZG). – 305 Zuschauer. – SR: Friedli/Moser. – HSG Mythen-Shooters: Derler (5 Paraden)/Liolios (3); Bobrich (3 Tore), Dürrenmatt, Fischlin (3), Henseler P. (5), Kraft, Roos (3/1), Stalder M. (2), Stalder N. (4), Suter (4), Tschannen (3), Weber Lu. (1), Ziswiler (2).

Foto: Andy Scherrer / topsportfotografie.ch

Der HCG und die Mythen-Shooters danken an dieser Stelle allen Verantwortlichen und Zuschauern, die dieses Spiel mit einer wunderbaren Kulisse möglich gemacht haben.

Ein spezielles Dankeschön geht an die Anhänger der SG Handball Seetal für ihren stets lautstarken und jederzeit fairen Support!

13. April 2025, Dino Beck | zur Vorschau