
An den letzten Wochenenden wurden in diversen Nachwuchsligen die Schweizer Handballmeister erkoren. Auch die Regionalauswahlen kürten vor wenigen Wochen ihre neuen Champions. Mittendrin in der Vergabe um die nationalen Titel waren auch vier Handballerinnen und Handballer mit Bezug zu den Mythen-Shooters, die sich dann auch über Edelmetall freuen durften.
Sivanesan-Brüder holen doppeltes Gold
Im Hause Sivanesan gab es in den vergangenen Wochen viel zu feiern: Zunächst durfte Sohn Abiram mit den U19-Elite-Junioren der SG Pilatus den Schweizermeistertitel feiern. Eine Woche später zog Abish, der jüngere der beiden Sivanesan-Brüder, mit dem Gewinn der Schweizermeisterschaft der Regionalauswahlen nach.
Die beiden Brüder aus Goldau sind beide als Torhüter aktiv und haben in der nun zu Ende gegangenen Saison auch das Tor der Mythen-Shooters gehütet. Abiram kam in der ersten Herrenmannschaft zu einigen Einsätzen, Abish absolvierte die vergangene Spielzeit zwischen den Pfosten bei den U15- und U17-Junioren der Schwyzer Spielgemeinschaft.

Abiram Sivanesan, hier im Trikot der Mythen-Shooters, sicherte sich mit den U19-Elite-Junioren der SG Pilatus den Schweizermeistertitel.
«Emotionen wogen hin und her»
Mit den ältesten Junioren der SG Pilatus, der renommierten Talentschmiede des HC Kriens-Luzern, qualifizierte sich Abiram souverän für den Playoff-Final. Dort legten er und seine Teamkollegen mit einem klaren Auswärtssieg im Hinspiel gegen Pfadi Winterthur den Grundstein für den späteren Schweizermeistertitel, auch wenn es im zweiten Duell, das in der neuen und topmodernen Pilatus Arena ausgetragen wurde, nochmals eng wurde. «Es war tatsächlich richtig knapp. Aber als der Titelgewinn dann feststand, wogen die Emotionen hin und her», beschreibt Abiram den Moment eines seiner grössten Erfolge in seiner bisherigen Handballlaufbahn, die inzwischen bei einer Dauer von knapp zehn Jahren angekommen ist. In den kommenden Saisons möchte sich Abiram weiter entwickeln, dabei soll aber auch die Freude am Handballsport selbstredend nicht zu kurz kommen.
Für Bruder Abish war der Gewinn der Schweizermeisterschaft mit der Regionalauswahl der grösste Erfolg in seiner rund neunjährigen Zeit auf dem Handballfeld. Alleine schon es in die Auswahl-Mannschaft der Innerschweiz geschafft zu haben, bezeichnet er als ein schöner Moment. An zwei von drei Spieltagen kam er dann auch zu regelmässigen Einsätzen, so auch beim Finalturnier in St. Gallen, wo er sich mit den stärksten Innerschweizer Nachwuchstalente den Titeln sichern konnte. Ausruhen will sich Abish nach diesem grossartigen Erfolg aber noch lange nicht. «Mein Ziel ist es, immer besser zu werden», stellt er klar.

Abish Sivanesan mit der Goldmedaille für den Schweizermeistertitel, den er mit der Regionalauswahl der Innerschweiz feiern durfte.
Zurück nach schwerer Verletzung
Auch im Juniorinnenbereich wurden in diesen Tagen die Schweizermeister ermittelt. Unter anderem kam es in der U14-Elite-Liga zum Duell der beiden Innerschweizer Kontrahenten aus Nottwil und Zug. Bei den Zugerinnen agierten mit Aurelia Betschart aus Goldau und Chiara Gwerder aus Brunnen ebenfalls zwei Spielerinnen, die einen Bezug zu den Mythen-Shooters haben und dort in der vergangenen Saison in der U16-Mannschaft mitwirkten. Zum Schweizermeistertitel reichte es mit dem LK Zug zwar nicht, doch überwiegt bei den beiden Rückraumspielerinnen klar die Freude über den Gewinn der Silbermedaille. So stellen sie dann auch sogleich fest, dass ihnen die Vize-Schweizermeisterschaft sehr viel bedeute. Die Gründe dafür sind vielschichtig und hangen unter anderem damit zusammen, dass die Meisterschaft mit einem frisch zusammengewürfelten Team in Angriff genommen wurde. Hervorgehoben werden auch die Fortschritte, welche das Team während der Saison machte. Für Chiara Gwerder kommt hinzu, dass sie sich nach einer im Februar erlittenen schweren Verletzung zurückkämpfen musste. «Das war eine enorm harte Zeit», blickt Gwerder zurück. Doch ihrem Ziel, im Playoff-Final wieder auf dem Parkett zu stehen, ordnete sie alles unter, trainierte auch mit Gips in der Halle und im Kraftraum. Prompt konnte sie in der entscheidenden Phase der Meisterschaft wieder für ihr Team auflaufen. Für ihren Einsatz erntet sie auch von LK Zug-Trainer Tobias Knop viel Lob: «Sie nutzte die Phase während ihrer Verletzung sehr professionell, absolvierte individuelles Training und arbeitete gezielt an Themen wie ihrer Rumpfstabilität». So habe sie im Final dann auch nochmals ihre während der gesamten Saison sichtbar gewesene Entwicklung unterstreichen können.
«Das hätte ich nie gedacht»
Wie für Chiara war die vergangene Saison auch für Aurelia Betschart die erste auf Elite-Stufe. Doch gleich in ihrer Premieren-Spielzeit auf höchster Nachwuchsebene avancierte sie beim LK Zug immer mehr zu einer wichtigen Teamstütze. Darüber zeigt sie sich im Rückblick auf die vergangene Saison, während welcher sie wöchentlich 4-5 Trainings absolvierte, auch etwas überrascht. «Ich hätte nie gedacht, dass ich eine so grosse Stütze sein darf». Wie wichtig sie für ihr Team ist, unterstreicht auch LKZ-Trainer Tobias Knop und hebt dabei besonders ihre Formkurve in Richtung Playoffs hervor, die somit genau zum richtigen Zeitpunkt ihren Höhepunkt fand. «In den Playoffs zeigte sie starke Leistungen und absolvierte ihr bestes Spiel im Final. Dort konnte sie die Mannschaft mitreissen, Verantwortung übernehmen und sehr gute Entscheidungen treffen».
Es sind dies nicht die einzigen lobenden Worte, die der LK Zug-Trainer über seine beiden Schützlinge findet: «Aurelia und Chiara haben in dieser Saison sowohl sportlich auch als persönlich eine sehr starke Entwicklung gezeigt und sich hervorragend in die Mannschaft integriert». Beide seien so schnell ein wichtiger Bestandteil des Teams geworden.

Aurelia Betschart (links) und Chiara Gwerder stiessen mit den U14-Elite-Juniorinnen des LK Zug bis in den Playoff-Final vor und gewannen am Ende die Silbermedaille.
Die nächsten Ziele sind gesteckt
Für Chiara Gwerder ist die Saison mit dem nun ausgespielten Playoff-Final indes noch nicht zu Ende. Als Mitglied der U17-Beachhandballnationalmannschaft, worin sie in der vergangenen Saison aufgenommen wurde, stehen nun mit der Schweizermeisterschaft und der Europameisterschaft in Zagreb zwei weitere Highlights bevor. An beiden Events teilzunehmen, sei nun das nächste sportliche Ziel. Und mit Blick auf die neue Saison, welche sie wie Aurelia altersbedingt neu in der FU16-Mannschaft des LK Zug absolvieren wird, erklärt Chiara: «Dort wollen wir sicher in die vordere Tabellenhälfte kommen, und vielleicht können wir ja wieder um die Medaillen spielen».
Auch Aurelia hat mit der Aufnahme in die Regionalauswahl der Innerschweiz ein klares Ziel vor Augen. Bevor sie in den kommenden Tagen aber die Sichtung besucht und sich dort einen Platz in der Innerschweizer Auswahl sichern will, blickt sie noch einmal zurück auf die eben zu Ende gegangene Saison. «Ich danke meinen Trainern und dem ganzen Staff beider Mannschaften für die Unterstützung und das Vertrauen während des ganzen Jahres. Ich werde diese Saison bestimmt nie vergessen». Ein schönes Schlusswort.
Fotos: Livio Weber, zVg




























